Donnerstag, 2. November 2017

Lissabon

Viel zu viel und viel zu lange hatten wir beide in den letzten Wochen gearbeitet. Da waren wir sehr froh, endlich wieder mal eine Woche Ferien geniessen zu können. Um uns gross Gedanken um Ferienpläne und -ziele machen zu können, fehlte uns die Zeit und wir waren auch zu müde dafür. So entschieden wir uns kurzentschlossen uns für eine Städtereise. Da es in dieser Jahreszeit im Norden (Hamburg und Kopenhagen sind Reiseziele auf unserer Städtetrip-Bucket List) schon sehr kalt und regnerisch ist, fiel die Wahl auf Lissabon. Sonnenschein und über 20 Grad tönen doch sehr viel versprechend für eine kleine Auszeit!




Vom Montag, 30. Oktober bis Donnerstag, 2. November 2017 verbrachten wir drei schöne Tage in Portugals Hauptstadt. 
Wir nächtigten im Hotel Avani nahe der Avenida da Liberdade in einen gemütlichen Zimmer mit Balkon, Minibar und bequemem Doppelbett. Das Hotel ist in der Nähe der Metrostation Avenida gelegen und somit ist das Stadtzentrum sowohl per U-Bahn wie auch zu Fuss sehr gut und schnell erreichbar.



Hotel Avani


Beim Hinflug wollte ich einen jungen Herren vom Platz am Fenster verjagen - in der Überzeugung, dass ich und nicht er diesen Sitz reserviert hat. Es stellte sich dann jedoch heraus, dass wir die Sitzplätze für den Rück- anstatt Hinflug gebucht hatten. Wie peinlich...

Der Flug kam uns sehr lange vor, was sicherlich damit zu tun hatte, dass wir eine Dreiviertelstunde warten mussten, bis wir in Kloten starten konnten - aufgrund hohem Verkehrsaufkommen.


Kurz nach dem Start in Zürich hatten wir eine schöne Aussicht auf die Schweizer Alpen


Anflug auf Lissabon


Die drei Tage verbrachten wir vorallem mit Besichtigungen und Shopping.
Am Ankunftstag gings zu Fuss vom Hotel in den Stadtteil Baixa und bis an den Fluss Tejo, der aufgrund seiner Breite mehr als Meer denn als Fluss wirkt. Bei schönster Abendstimmung genossen wir den Blick zur Brücke Ponte 25 de Abril im Westen und schlenderten anschliessend dem Flussufer entlang ostwärts bis zum Hafen, wo gerade Passagiere auf ein grosses Kreuzfahrtschiff zurück strömten. Durch den am Hang gelegenen Stadtteil Alfama gings zurück zum Hotel, inkl. Besichtigung der Kirche Sé Catedral.





Blick zum Ponte 25 de Abril



Beim Hafen



Bully 😍



Sé Cathedral



Im Stadtquartier Alfama


Am Dienstag fuhren wir mit dem Bus in den westlich gelegenen Stadtteil Belém (Bethlehem). Dort sollte ein Flohmarkt in der Parkanlage der Mosteiro dos Jerónimos stattfinden. Gemäss Reiseführer jeden Dienstag Vormittag. Doch heute anscheinend nicht. Naja, nicht weiter tragisch, es gab auch ohne Markt schönes zu besichtigen hier; neben der Mosteiro dos Jerónimos auch den Padrão dos Descombrimentos (Denkmal der Seefahrer) und den ehemaligen Wachturm Torre de Belém.



Mosteiro dos Jerónimos 



Padrão dos Descombrimentos



Torre de Belém


Anschliessend wollten wir wieder zurück in die Innenstadt fahren, doch der richtige Bus kam und kam einfach nicht. Irgendwann stiegen wir genervt in den nächsten Bus, der anhielt. Anstatt ins Stadtzentrum, fuhr dieser jedoch nordwärts und dank Google Maps fanden wir heraus, wo die nächste Metrohaltestelle war, an welcher der Bus hielt. Beim Colégio Militar/Luz befand sich zufälligerweise auch gerade das gemäss Reiseführer grösste Shoppingcenter der iberischen Halbinsel, das Centro Colombo mit über 400 Geschäften. Nach einer Runde Shopping (ich) resp. Buchlesen (Rolf) brauchten wir jedoch bald wieder Tageslicht und frische Luft. Zurück im Stadtzentrum, genossen wir nahe der Metrostadtion Baixa/Chiado einen feinen Espresso und ein noch feineres Pastel da Nata, die Dessertspezialität Portugals, eine Blätterteig-Pastete mit Rahmcrèmefüllung. Absolut himmlisch!
Gestärkt gings danach weiter mit Shopping. Wobei, Rolf hatte bald wieder genug und ruhte sich bereits im Hotel aus, während ich noch etwas alleine durch die Gassen zog. 

Am Mittwoch war Allerheiligen und da Portugal katholisch ist, rechneten wir mit geschlossenen Geschäften. So starteten wir den Tag mit einem Spaziergang durch den Stadtteil Bairro Alto. Startpunkt war der historische Aufzug Elvador Sta. Justa. Die Anstehzeit dauerte uns jedoch zu lange und so verzichteten wir auf eine Fahrt. Unser Rundgang führte uns durch enge Gassen und anschliessend der Rua São Pedro de Alcântara und der Rua Dom Pedro V entlang bis zum Jardim Botânico. Dieser war leider wegen Renovationsarbeiten geschlossen. Doch der nahe gelegene, kleine Park Praça da Alegria lud ebenfalls zum Verweilen ein. So sassen wir gemütlich auf einer Parkbank im Schatten, knabberten Guetzli und lasen in unseren Büchern. Am Nachmittag gings mit der Metro zum Expo-Quartier Parque das Nações, wo wir neben dem Shoppingcenter Vasco da Gama auch dem Expo-Park mit den Länderfahnen und der Gondelbahn besichtigten. Wie im Stadtzentrum waren auch hier alle Läden geöffnet; Wirtschaft/Tourismus scheint wichtiger zu sein als Religion.
Nach einem Abstecher zum Décathlon bei der Metrostation Sao Sebastio war es Zeit für eine Stärkung; wiederum in Form eines Espresso und eines Pastels da Nata bei der kleinen Pasteleria bei der Metrostation Baixa/Chiado.



Elvador Sta. Justa







Spaziergang durch die Stadt









Beim Expo-Quartier Parque das Nações


Am Donnerstag, unserem Abreisetag, hatten wir nach dem Frühstück im Hotel noch etwas Zeit bis wir uns zum Flughafen aufmachen mussten. So umrundeten wir das Castelo de São Jorge zwischen den Stadtteilen Mouraria und Alfama. Von hier aus hatten wir einen schönen Ausblick auf die Stadt. 
Nach viel Wärme und Sonnenschein in den letzten Tagen war es heute regerisch, was vorallem beim Bergab-Laufen eine gewisse Herausforderung war. Dies deshalb, weil fast überall in der Stadt Pflastersteine liegen. Dies sieht wunderschön aus, die Steine sind jedoch im nassen Zustand ziemlich glitschig.









Zu Fuss durch die Stadt


Kulinarisch erlebten wir neben einem Tiefpunkt am ersten Tag viele Höhenpunkte. Wobei, der Tiefpunkt lag mehr am Personal denn am Essen. Nach dem Abstecher ins Alfama-Quartiet entschieden wir uns, auch dort essen zu gehen. Auf der Suche nach Fisch führten uns unsere Nasen ins Restaurant Porte Alfama. Dort gab es zuerst mal einen Ginjinha, den süssen Kirschlikör. Soweit so gut, auch wenn die Ausschenkerin wohl die Mehrheit selbst trank anstatt verkaufte und deshalb dementsprechend blau war. Auf einem Aussengrill wurde frischer Fisch grilliert und bald konnten wir bestellen. Leider war der Fisch ausgegangen, weshalb wir Grillfleisch wählten. Dass der Kellner uns sagte, dass wir gerne auch wieder gehen dürfen, um anderorts Fisch essen zu können, hätte uns wohl stutzig machen sollen. So jedoch warteten wir auf unser Stück Fleisch und tranken Rotwein. Bald merkten wir, dass immer wieder neues Fleisch auf den Grill gelegt wurde, ohne dass jedoch das bereits gegrillte auf einem Teller bei einem der inzwischen sehr vielen hungrigen Gästen landete. Das Fleisch wurde zwar ins Gebäudeinnere getragen, doch dort schien es auch zu bleiben. Die anderen wartenden Gäste hatten wie wir ihren Wein oder andere Getränke schon praktisch ausgetrunken und warteten und warteten. In der Küche wurde laut geredet, der Chef und das Personal schien blau und ziemlich kochunfähig zu sein. Nur der Kellner, der unsere Bestellung aufgenommen hatte, wirkte noch nüchtern und versuchte zu retten, was noch zu retten war: neue Gäste wurden aufgrund von „Problemen in der Küche“ abgewiesen und die wartenden so gut es ging beruhigt. Allerdings liefen viele verärgert davon, nicht wenige ohne die bereits konsumierten Getränke zu bezahlen, was vorallem eine Französin an unserem Nachbarstisch, mit welcher wir ins Gespräch gekommen waren, sehr schockierte. Ein anderer Torist stahl dann sogar noch die Tischtuchhalter. Kurz vor Ablauf unser Geduld erhielten wir doch noch unser Essen. Das schmeckte erstaunlich gut, die zum Grillfleisch servierten Pommes schienen hausgemacht zu sein. Wenig verwunderlich war, dass alles kalt war; das Fleisch hatte ja auch lange genug herumgestanden. Aufs Dessert verzichteten wir dann, ebenso aufs Trinkgeld...



Restaurant Porte Alfama; leider kein Besuch wert...


Am Dienstag gabs nach einem reichhaltigen Frühstück im Hotel Crispy Chicken bei Rolfs Lieblings-Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken (KFC) im Shoppingcenter. Denn das viele Laufen macht hungrig! Das kulinarische Highlight des Tages war jedoch eindeutig das Nachtessen im Restaurant Bastardo an der Rua Betesga. Hätte Rolf das Restaurant bzw. seine ausgezeichneten Bewertungen bei Trip Advisor nicht gegoogelt, wären wir wahrscheinlich nie in diesem Vintage-Restaurant im ersten Stock mit Ausblick auf den Parça Figueira gelandet. Da Halloween war, wurden spezielle Cocktails angeboten. Und weil die Cocktail-Bar brandneu war und wir sie somit einweihten, konnten wir natürlich nicht widerstehen. Neben einem Amuse-Bouche (Thunfisch mit Orangensauce) und dem Couvert (die portugisische Vorspeise, bestehend aus Brotscheiben mit verschiedenen Saucen zum Aufstreichen) genossen wir Bacalhau mit Aubergingenpurée (Rolf) und den Catch of de Day mit  Muschelrisotto (ich) sowie einem süffigem Weisswein dazu. Das Dessert mit dem Namen Crumble (Erdbeerglacé mit Apfelstücken, Caramel-Crumbles und einer Crème anglaise) sowie Rolfs Caramel Salt Glacé mit Rahm schmeckten genau so himmlisch. Ein absolut perfektes Essen; Gault-Millau würdig!! 







Im Restaurant Bastardo


Am Mittwoch genossen wir wieder das Frühstücksbuffet im Hotel. Zu Mittag gabs verschiedenste Sushi-Häppchen im Vasco da Gama-Shoppingcenter; ebenfalls sehr lecker. Unser letztes Nachtessen nahmen wir im Hard Rock Café Lisboa ein. Die Wartezeit auf einen freien Tisch (mit dem Pager) überbrückten wir an der Bar mit einem grossen Sagres. Anschliessend liessen wir uns einen Teller Nachos mit Avcoado, Tomatenwürfeln, Ceddar Cheese und Sauerrahm schmecken. Danach verzehrte Rolf seinen obligaten Texan Burger und ich den Guinness & Jameson Cheeseburger. Aufs Dessert mussten wir dann leider verzichten, hingegen gönnten wir uns nach einem Verdauungsspaziergang zurück zum Hotel noch einen „Verreisser“ aus der Minibar, welchen wir gemütlich auf dem Hotelbalkon tranken.







Hard Rock Café Lisboa

Auch der Rückflug war verspätet, jedoch etwas weniger lang als der Hinflug. Diesmal musste ich niemanden vom Platz verjagen, den die Sitze waren ja schon lange reserviert. So durfte ich von meinem Fensterplatz aus einen wunderbaren Start hinweg über Lissabon und den Rio Tejo erleben und einen angenehmen Flug bei schöner Abendstimmung und zunehmender Dunkelheit über Spanien, Frankreich und die Schweiz zurück nach Kloten.













Rückflug nach Zürich




Sonntag, 15. Oktober 2017

Herbst-Campen im Elsass

Das sonnige und für die Jahreszeit aussergewöhnlich warme Herbstwetter verleitete förmlich dazu, die Campingsaison 2017 zu verlängern.
Im Aargau startete der Samstag zwar mit Morgennebel. Doch kaum hatten wir den Belchentunnel durchquert, strahlte die Sonne und die Landschaft leuchtete in bunten Herbstfarben.
Nach Kaffee und Frühstück in der Autobahnraststätte Pratteln verliessen wir kurz nach der Grenze bei Basel die Autobahn und fuhren durchs Sundgau Richtung Altkirch. Einmal mehr bewunderten wir die Weite und den Platz, den man hier in Frankreich hat. Bei uns in der Schweiz ist alles viel enger, kleiner und überbauter.
Nördlich von Altkirch, bei Burnhaupt-le-Haut, fanden wir das "Camping les Castors". Nachdem wir den Platzwart telefonisch erreicht hatten und dieser wieder vor Ort war, installierten wir uns auf einem gemütlichen Plätzchen mit Blick auf den Badeteich inklusive Sandstrand.




Ein hübsches Plätzchen auf dem "Camping les Cators"

Nach einem Mittagessen und Kaffee, Dessert (éclairs) und der Wochenendzeitung an der warmen Sonne waren wir gestärkt für etwas Bewegung. Daraus wurde dann eine knapp 2 1/2 stündige, kleine Wanderung. Auf dem Veloweg entlang der ziemlich veralteten Bahnlinie des "Train Touristique", welcher von Cernay nach Sentheim fährt, erreichten wir die nächste Ortschaft Guewenheim. 



Unterwegs nach Guewenheim

Von dort wanderten wir zum "Lac de Michelbach", einer Art Stausee, welcher zur Trinkwasser-Regulation genutzt wird. Der Weg führte uns auf einer Anhöhe im Wald dem Südufer des Sees entlang bis zur Staumauer.



Lac de Michelbach

Um zurück zum Campingplatz zu gelangen, mussten wir den Fluss "La Doller" überqueren. Eigentlich kein Problem, dachten wir, denn auf der Wanderkarte waren ja die Wege eingezeichnet. Doch beim ausgewählten Weg handelte es sich wohl um einem von Traktoren und anderen, hohen Fahrzeugen genutzten Pfad. Und diese Traktoren brauchen anscheinend keine Brücke, sondern fahren einfach durchs seichte Wasser. Denn wir standen plötzlich vor dem Fluss und alles was wir sahen, war der Weg auf der anderen Flussseite, aber keine Brücke. Um barfuss durchs Wasser zu waten, war uns dieses zu kalt und die Steine zu glitschig. Glücklicherweise führte nur etwas weiter östlich die Bahnlinie über den Fluss und so gelangten wir trockenen Fusses ans andere Flussufer. Der Umweg führte dazu, dass wir noch einen Blick auf die Dampf-Lokomotive im Bahnhof Burnhaupt erhaschen konnten.


Wo ist die Brücke?



Entlang der Bahnlinie


Eine alte Dampf-Lokomotive des "train touristique" beim Bahnhof Burnhaupt

Zurück auf dem Camping, genossen wir den herrlichen Herbstabend mit auf unserem kleinen Grill gebrätelten "faux filets" mit gekochten Rüebli, Baguette und einer Flasche kühlem Elsässer Riesling. Bald wurde es dunkel; es war zwar sternenklar, jedoch auch sehr frisch und so genossen wir die letzte Tasse Kaffee im Businnern.

Der Sonntag startete mit Sonnenschein und nach und nach trocknete unser vom Tau triefender Bully ab. Das Frühstück konnten wir mit wärmenden Sonnenstrahlen draussen einnehmen. Der Kaffee wärmte uns zusätzlich und so waren wir bald munter und startklar für die Rückreise. Diese führte uns über die Autobahn via Mulhouse und Basel zurück in die Schweiz. Ab Sissach fuhren wir überland statt Autobahn und genossen den goldigen Herbst und die bunten Herbstwälder in vollen Zügen.

Sonntag, 24. September 2017

Saignelégier

Nachdem wir doch eine relativ lange Campingabstinenz hatten, wollten wir es dieses Wochenende noch einmal wissen...

Mit dem Ziel, den Etang de la Gruère im Schweizer Jura zu besuchen, starteten wir am Samstagmorgen und machten uns via Biel und dem ersten Transjurane-Teilstück auf nach Tavannes, wo wir uns noch mit ein paar Leckereien für ein Picknick eindeckten.  In Les Reussilles gabs dann auch endlich "Café et Croissants", so dass auch der Körper in Weekendstimmung kam.

Ein paar Kilometer weiter bogen wir rechts ab zum Camping Municipale von Saignelégier JU und installierten uns am Rand von typischen Freiberger Juraweiden. Später wanderten wir auf dem "Randolin" - Rundweg zum Etang, picknickten und umrundeten den Moorweiher auch noch. Mit dem Postauto fuhren wir alsbald von La Theurre nach Saignelégier und wanderten an Pferden und Rindern vorbei wieder zurück zum Camping, wo wir den Abend und die Nacht verbrachten.

Das sogenannte Camping vert bietet seinen Gästen keinen Strom, dafür kann man sich auf dem Gelände frei hinstellen und überall gibt es Feuerstellen für mitgebrachtes oder vor Ort bezogenes Brennholz. Als es dunkel wurde brannten dann auch überall Feuer, und wir konnten auch bei Temparaturen unter 10 Grad noch lange Rechaudkerzen-Raclette geniessen.






Sonntag, 3. September 2017

Weekend im Tessin

Seit langem hatten wieder wieder mal ein Wochenende vor uns, an welchem wir noch keine Termine geplant hatten. Also eigentlich die beste Voraussetzung, endlich wieder mal mit unserem Bulli mal campen zu gehen. Saignelégier stand zuoberst auf der Camping-Wunschliste. Doch eben... Das Wetter... Nur knapp über 10 Grad und Regen waren nicht gerade die besten Voraussetzungen für einen gemütlichen Campingausflug. Also war umdisponieren angesagt. Im Tessin sollte es gemäss Wetterprognosen weniger regnerisch und vorallem auch wärmer sein. Mitte Woche buchten wir die Hotelübernachtung, reservierten die Sitzplätze im Zug Zürich - Lugano und trugen erste Ausflugsideen zusammen. Da wir noch SBB-Tageskarten hatten, die im Oktober verfallen, passte auch die Anreise mit der Bahn bestens.

Am Samstagmorgen, 2. September gings um 7 Uhr los. Ein erster Umstieg in Aarau nutzen wir für den Frühstücks-Kauf (Kaffee und Brötli/Sandwich). Nach dem Umsteigen in Zürich gings direkt durch den neuen Gotthard-Basistunnel bis nach Lugano, wo wir bereits vor halb elf Uhr ankamen. Der Zug war sehr stark belegt, weshalb wir froh waren, Plätze reserviert zu haben, wenn es auch nicht die gewünschten Sitze am Fenster, sondern jene am Gang waren.
In Lugano steckten wir unser Gepäck ins Schliessfach und fuhren mit dem Zug bis nach Capolago. Von dort gings mit der Zahnradbahn auf den rund 1'700m hohen Monte Generoso. Die Fahrt bescherte uns immer wieder spektakuläre Ausblicke auf den Lago die Lugano und Umgebung. Oben angekommen, bewunderten wir trotz ziemlich trübem Wetter den tollen Ausblick in die Ferne. Bald waren wir jedoch vom frischen, kräftigen Wind durchgeschüttelt und froren. Im neu gebauten Bergrestaurant, welches der Tessiner Architekt Mario Botta designte und "Fiore di Pietra" heisst, genossen wir einen feinen Salat- und Aufschnittteller. Der anschliessende Café Latte wärmte uns, so dass wir vor der Talfahrt noch einen kleinen Spaziergang durch den stürmischen Wind unternahmen.



Ausblick vom Monte Generoso


"Fiore di Pietra"

Auf der Rückfahrt machten wir einen Abstecher ins Swissminiatur in Melide. Dieses scheint fast immer noch gleich auszusehen, wie wir es in unseren Kindheitserinnerungen hatten. Es war aber trotzdem ganz hübsch mal wieder anzuschauen. 




Im Swissminiatur in Melide

Zurück in Lugano, checkten wir im Hotel Continental Beauregard ein, welches sich nur einige Fussminuten vom Bahnhof befindet. Da wir ein gratis Upgrade erhalten hatten, war das Zimmer überraschend gross und wir konnten von der Terrasse in den Hotelpark blicken.
Nach einer kurzen Ruhepause liefen wir ins Stadtzentrum, wo wir im Restaurant Vanini an der Piazza einen Apéro genossen und einem Sänger zuhörten. 
Den Ort fürs Nachtessen hatten wir bereits vor einigen Tagen ausgesucht. Das Restaurant La Tinera hatte uns mit seiner ausgezeichneten Bewertung bei Trip Advisor angesprochen. Wir hatten grosses Glück; es wurde gerade ein Tisch frei. Und wir wurden nicht enttäuscht, sondern genossen ein absolut vorzügliches Essen: Rindscarpaccio (ich) bzw. grüner Salat (Rolf) zur Vorspeise und anschliessend in Butter grillierte Barschfilets mit Salbei und dazu ein absolut himmlicher Parmesan-Risotto! Dazu eine Karaffe Merlot Bianco. Auch das Dessert war sehr fein; Apfelwähe mit Vanilleglacé (ich) bzw. Caramelköpfli (Rolf), begleitet von einen starken, perfekten Espresso.
Der anschliessende Fussmarsch zurück ins Hotel über viele Treppenstufen half, um etwas zu verdauen. Zudem wurden wir von einem schönen Ausblick auf den See, Monte Bré, Monte San Salvatore und die vielen Lichter belohnt.



Hotelzimmer im Continental Beauregard


Ausblick vom Zimmer in den Hotelpark


Sonniges Sonntagswetter in Lugano

Der Sonntag, 3. September startete so, wie der Freitag aufgehört hatte: mit einem super feinen Essen! Das Frühstücksbuffet im Hotel Continental liess wirklich keine Wünsche übrig!! Zudem zeigte sich heute auch das Tessin von seiner schönsten Seite; die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und es war im Vergleich zum Samstag sehr warm.
Wiederum verstauten wir unser Gepäck in einem Schliessfach am Bahnhof. Mit dem Zug fuhren wir anschliessend nach Ponte Tresa an der schewizerisch-italienischen Grenze. Zu Fuss gings in den gleichnamigen Ort in Italien, welcher gleich auf der anderen Seite der Brücke liegt. Ziel war es, den Markt zu besuchen, der dort jeden Sonntag stattfinden sollte. Tja, sollte... Denn dummerweise hatte ich falsch gelesen und der Markt findet nicht sonntags, sondern jeweils samstags statt. Jaja, ich regte mich ja gar nicht darüber auf... Den Ort hatten wir dann ohne Markt trotz geöffneten Geschäften sehr schnell gesehen und ich war ziemlich gefrustet. Rolf hatte dann jedoch die tolle Idee, eine Schifffahrt zu machen, und so genossen wir kurze Zeit später einen Kaffee im Fahrtwind und eine wunderschöne Fahrt nach Morcote.


Ponte Tresa


Auf dem Schiff von Ponte Tresa nach Morcote




Anfahrt nach Morcote

In Morcote besichtigten wir das hübsche Städtchen, welches 2016 zum schönsten Dorf der Schweiz gekührt wurde. Vorallem die kleinen, verwinkelten Hintergässchen gefielen uns sehr gut. An der Seepromenade genossen wir ein Glas kühlen Merlot Bianco, während wir auf das Schiff nach Melide warteten. 
Zudem wurde ich in einem kleinen Laden shoppingtechnisch doch noch fündig und erstand ein wunderschönes, weitgeschnittenes Kleid in Grau- und Schwarztönen von einer italienischen Designerin. So war der Markt-Frust wieder vergessen, denn das Kleid ist sicherlich viel wertiger als die doch meistens ziemlich günstig produzierte Marktware. Und spezieller und schöner sowieso! :-))


Wunderschöne, kleine Hintergässchen in Morcote


Blick vom Schiff zum Botta-Bau auf dem Monte Generoso

Mit dem Schiff gings anschliessend bis Melide. Von unterwegs konnten wir nochmals einen Blick auf den Monte Generoso erhaschen. Ab Melide fuhren wir mit dem Zug. In Lugano holten wir unser Gepäck aus dem Schliessfach und kauften uns ein spätes Mittagessen für die Rückfahrt. Via Zürich und Aarau gings in gut 3 Stunden Zugfahrt zurück nach Hause.

Es war ein sehr gemütliches Wochenende. Es ist immer wieder eindrücklich, in wie kurzer Zeit man in der Schweiz in eine völlig andere Umgebung / Landschaftbreisen kann. Und das Ticino ist doch immer eine Reise wert! Nichtsdestotrotz hoffen wir, dass das Jahr 2017 noch das eine oder andere regenfreie und warme Wochenende bereithält, das wir noch unverplant haben und für einen Campingausflug nützen können. Nächster Versuch ist in zwei Wochen (16./17. September)...