Sonntag, 3. September 2017

Weekend im Tessin

Seit langem hatten wieder wieder mal ein Wochenende vor uns, an welchem wir noch keine Termine geplant hatten. Also eigentlich die beste Voraussetzung, endlich wieder mal mit unserem Bulli mal campen zu gehen. Saignelégier stand zuoberst auf der Camping-Wunschliste. Doch eben... Das Wetter... Nur knapp über 10 Grad und Regen waren nicht gerade die besten Voraussetzungen für einen gemütlichen Campingausflug. Also war umdisponieren angesagt. Im Tessin sollte es gemäss Wetterprognosen weniger regnerisch und vorallem auch wärmer sein. Mitte Woche buchten wir die Hotelübernachtung, reservierten die Sitzplätze im Zug Zürich - Lugano und trugen erste Ausflugsideen zusammen. Da wir noch SBB-Tageskarten hatten, die im Oktober verfallen, passte auch die Anreise mit der Bahn bestens.

Am Samstagmorgen, 2. September gings um 7 Uhr los. Ein erster Umstieg in Aarau nutzen wir für den Frühstücks-Kauf (Kaffee und Brötli/Sandwich). Nach dem Umsteigen in Zürich gings direkt durch den neuen Gotthard-Basistunnel bis nach Lugano, wo wir bereits vor halb elf Uhr ankamen. Der Zug war sehr stark belegt, weshalb wir froh waren, Plätze reserviert zu haben, wenn es auch nicht die gewünschten Sitze am Fenster, sondern jene am Gang waren.
In Lugano steckten wir unser Gepäck ins Schliessfach und fuhren mit dem Zug bis nach Capolago. Von dort gings mit der Zahnradbahn auf den rund 1'700m hohen Monte Generoso. Die Fahrt bescherte uns immer wieder spektakuläre Ausblicke auf den Lago die Lugano und Umgebung. Oben angekommen, bewunderten wir trotz ziemlich trübem Wetter den tollen Ausblick in die Ferne. Bald waren wir jedoch vom frischen, kräftigen Wind durchgeschüttelt und froren. Im neu gebauten Bergrestaurant, welches der Tessiner Architekt Mario Botta designte und "Fiore di Pietra" heisst, genossen wir einen feinen Salat- und Aufschnittteller. Der anschliessende Café Latte wärmte uns, so dass wir vor der Talfahrt noch einen kleinen Spaziergang durch den stürmischen Wind unternahmen.



Ausblick vom Monte Generoso


"Fiore di Pietra"

Auf der Rückfahrt machten wir einen Abstecher ins Swissminiatur in Melide. Dieses scheint fast immer noch gleich auszusehen, wie wir es in unseren Kindheitserinnerungen hatten. Es war aber trotzdem ganz hübsch mal wieder anzuschauen. 




Im Swissminiatur in Melide

Zurück in Lugano, checkten wir im Hotel Continental Beauregard ein, welches sich nur einige Fussminuten vom Bahnhof befindet. Da wir ein gratis Upgrade erhalten hatten, war das Zimmer überraschend gross und wir konnten von der Terrasse in den Hotelpark blicken.
Nach einer kurzen Ruhepause liefen wir ins Stadtzentrum, wo wir im Restaurant Vanini an der Piazza einen Apéro genossen und einem Sänger zuhörten. 
Den Ort fürs Nachtessen hatten wir bereits vor einigen Tagen ausgesucht. Das Restaurant La Tinera hatte uns mit seiner ausgezeichneten Bewertung bei Trip Advisor angesprochen. Wir hatten grosses Glück; es wurde gerade ein Tisch frei. Und wir wurden nicht enttäuscht, sondern genossen ein absolut vorzügliches Essen: Rindscarpaccio (ich) bzw. grüner Salat (Rolf) zur Vorspeise und anschliessend in Butter grillierte Barschfilets mit Salbei und dazu ein absolut himmlicher Parmesan-Risotto! Dazu eine Karaffe Merlot Bianco. Auch das Dessert war sehr fein; Apfelwähe mit Vanilleglacé (ich) bzw. Caramelköpfli (Rolf), begleitet von einen starken, perfekten Espresso.
Der anschliessende Fussmarsch zurück ins Hotel über viele Treppenstufen half, um etwas zu verdauen. Zudem wurden wir von einem schönen Ausblick auf den See, Monte Bré, Monte San Salvatore und die vielen Lichter belohnt.



Hotelzimmer im Continental Beauregard


Ausblick vom Zimmer in den Hotelpark


Sonniges Sonntagswetter in Lugano

Der Sonntag, 3. September startete so, wie der Freitag aufgehört hatte: mit einem super feinen Essen! Das Frühstücksbuffet im Hotel Continental liess wirklich keine Wünsche übrig!! Zudem zeigte sich heute auch das Tessin von seiner schönsten Seite; die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und es war im Vergleich zum Samstag sehr warm.
Wiederum verstauten wir unser Gepäck in einem Schliessfach am Bahnhof. Mit dem Zug fuhren wir anschliessend nach Ponte Tresa an der schewizerisch-italienischen Grenze. Zu Fuss gings in den gleichnamigen Ort in Italien, welcher gleich auf der anderen Seite der Brücke liegt. Ziel war es, den Markt zu besuchen, der dort jeden Sonntag stattfinden sollte. Tja, sollte... Denn dummerweise hatte ich falsch gelesen und der Markt findet nicht sonntags, sondern jeweils samstags statt. Jaja, ich regte mich ja gar nicht darüber auf... Den Ort hatten wir dann ohne Markt trotz geöffneten Geschäften sehr schnell gesehen und ich war ziemlich gefrustet. Rolf hatte dann jedoch die tolle Idee, eine Schifffahrt zu machen, und so genossen wir kurze Zeit später einen Kaffee im Fahrtwind und eine wunderschöne Fahrt nach Morcote.


Ponte Tresa


Auf dem Schiff von Ponte Tresa nach Morcote




Anfahrt nach Morcote

In Morcote besichtigten wir das hübsche Städtchen, welches 2016 zum schönsten Dorf der Schweiz gekührt wurde. Vorallem die kleinen, verwinkelten Hintergässchen gefielen uns sehr gut. An der Seepromenade genossen wir ein Glas kühlen Merlot Bianco, während wir auf das Schiff nach Melide warteten. 
Zudem wurde ich in einem kleinen Laden shoppingtechnisch doch noch fündig und erstand ein wunderschönes, weitgeschnittenes Kleid in Grau- und Schwarztönen von einer italienischen Designerin. So war der Markt-Frust wieder vergessen, denn das Kleid ist sicherlich viel wertiger als die doch meistens ziemlich günstig produzierte Marktware. Und spezieller und schöner sowieso! :-))


Wunderschöne, kleine Hintergässchen in Morcote


Blick vom Schiff zum Botta-Bau auf dem Monte Generoso

Mit dem Schiff gings anschliessend bis Melide. Von unterwegs konnten wir nochmals einen Blick auf den Monte Generoso erhaschen. Ab Melide fuhren wir mit dem Zug. In Lugano holten wir unser Gepäck aus dem Schliessfach und kauften uns ein spätes Mittagessen für die Rückfahrt. Via Zürich und Aarau gings in gut 3 Stunden Zugfahrt zurück nach Hause.

Es war ein sehr gemütliches Wochenende. Es ist immer wieder eindrücklich, in wie kurzer Zeit man in der Schweiz in eine völlig andere Umgebung / Landschaftbreisen kann. Und das Ticino ist doch immer eine Reise wert! Nichtsdestotrotz hoffen wir, dass das Jahr 2017 noch das eine oder andere regenfreie und warme Wochenende bereithält, das wir noch unverplant haben und für einen Campingausflug nützen können. Nächster Versuch ist in zwei Wochen (16./17. September)... 

Samstag, 5. August 2017

Sommerferien im Lugnez

Unsere diesjährigen Sommerferien haben wir vom 29. Juli bis 12. August im Vattizer Ferienhäuschen verbracht.

In der ersten Woche war das Wetter traumhaft schön und hochsommerlich heiss. So waren keine all zu schweisstreibenden Wanderungen angesagt, dafür immer mal wieder eine Abkühlung.
Wir machten einen Spaziergang nach Vella und zurück via Abstecher zum Badesee, eine kleine Wanderung ins Triel zusammen mit den Familien Moser-Bachmann-Göring und Grüter sowie Nina und Jill (eine kleine Gruppe stieg noch bis auf den Mundaun) und verbrachten einen gemütlichen Badetag am Badesee Davos Munts oberhalb unseres Häuschens.
Eine weitere Wanderung führte uns von Ilanz via Castrisch und Valendas durch die imposante Rheinschlucht bis nach Versam-Safien. Hoch über dem Zerfreila-Stausee oberhalb Vals verbrachten wir gemütliche Lesestunden und genossen anschliessend einen feinen Blaubeerkuchen mit einen Milchkaffee im nahen Restaurant. Die Wanderung von Flims Waldhaus hinab an den Caumasee in der Nähe von Trin und wieder hinauf zum Crestasee war bei schwülwarmem Wetter sehr schweisstreibend, dafür wurden wir mit einer atemraubenden Aussicht von der Aussichtsplattform "Il Spir" auf die Rheinschlucht belohnt und genossen anschliessend den erfrischenden Crestasee mit einer Runde schwimmen um die Insel mitten im See.


Auf dem Mundaun





In der Rheinschlucht



Am Zerfreila-Stausee




Wanderung zum Cresta- und Caumasee inkl. Blick in die Rheinschlucht von der Aussichtsplattform "Il Spir"

Das Cheminée hatten wir oft in Betrieb und genossen unter anderen feine von Wendy mitgebrachte Schnitzel, Costine sowie Marshmellows vom Grill. 


Mhhh, Marshmellows! ;-)

Neben aktivem Wandern blieb genügend Zeit für passivere Aktivitäten wie Lesen, Gitarre spielen (Rolf) und ein paar Runden Pétanque. Und da sich die Pétanque-Bahn in einem sehr verwilderten Zustand befand - sprich mit Unkraut übersäht - wurde sie Schritt für Schritt (über beide Ferienwochen verteilt) in anstrengender und schweisstreibender Arbeit gejähtet und anschliessend neu gekiest (mit dem von der Treppensanierung übrig gebliebenen Kies, welches Rolf Schaufel für Schaufel und Garette um Garette vom Parkplatz zur Bahn hoch transportierte). Das Resultat lässt sich doch sehen, oder?






Am Nationalfeiertag genossen wir den Ausblick auf etliche Höhenfeuer an den gegenüberliegenden Hügeln. Etwas Feuerwerk gab es auch noch, jedoch im Unterschied zu Dulliken und Oberentfelden in sehr erträglicher Dosis. Bals wollte auch die Natur noch ein Schauspiel bieten: ein starkes Gewitter mit imposanten Blitzen und lauten Donnerschlägen zogs übers Lugnez hinweg.



An anderen Abenden hatten wir mehr Glück und konnten wunderschöne Sternenbilder am Himmel betrachten.


Am Samstag, 5. August feierten wir nach einem kleinen Abstecher zu Hause den 30. Geburtstag von Bruder/Schwager Mäs in der Waldhütte in Gontenschwil. Es war eine super tolle Motto-Party, zu welcher alle verkleidet erschienen. Wir hatten alle grossen Spass und es wurde ausgelassen gefeiert, getanzt und gesungen. Spät nachts fuhren wir wieder ins Lugnez zurück; via Luzern, Schöllenenschlucht, Andermatt über den Oberalppass nach Disentis und über Ilanz zurück nach Vattiz - teilweise begneten wir minutenlang keinem anderen Auto. 



In der 2. Woche war das Wetter kühl und regnerisch. 
Der Montag war jedoch nochmals sommerlich heiss und wir verbrachten gemütliche Stunden am Glenner bei Peiden Bad mit Goldwaschen und Steinmännli bauen und bei Uors mit Würste und Marshmellows grillieren und Bücher lesen in unseren aufgeblasenen Fatboys.





Am Dienstag und Mittwoch unternahmen wir eine 2-tägige Wanderung in die Greinaebene. Am 1. Tag wanderten wir von Vrin Puzzatsch über den mehr als 2'400 Meter hohen Diesrut-Pass und durch die Greina-Hochebene zur Terri-Hütte. Das Wetter war zeitweise sehr garstig; es regnete und windete ziemlich stark. So war auch nichts mit einem gemütlichen Picknick-Zmittag unterwegs und wir waren froh, konnten wir unsere nassen Wanderkleider in der Terri-Hütte zum Trocknen aufhängen und uns mit einem Milchkaffee und einem Stück Kuchen wärmen und stärken. 
Während der gewitterte es stark und von allem Felswändern stürzten Wasserfälle in die Täler. Der 2. Tag startete jedoch bei trockenem Wetter und sogar mit etwas Sonnenschein. Kurz nach Start der Wanderung sahen wir etliche Steinböcke in den Felswänden und anschliessend auch noch mehrere grosse und kleine (junge) Murmeli. Dann zogen jedoch von Süden her wieder Regenwolken auf und wir sahen ausser Nebel und einigen blöckenden Schafen, die vom Regen flüchteten, fast gar nichts mehr. Über den Greina-Pass wurden wir sozusagen sandgestrahlt (starker Regen und gleichzeitig kalte Windböen). In der Nähe der Scaletta-Hütte gings dann steil hinab ins Blenio-Tal bis nach Campo Blenio. Dort assen wir unter einer Brücke, welche uns vom Regen schützte, ein spätes Mittagessen und warteten auf den Bus. Via Olivone, Lukmanier-Pass (inkl. Umsteigen auf der Passhöhe) gings bis Disentis und von dort mit der RHB bis Ilanz und zurück nach Vattiz mit dem Postauto. Zum Abschluss unserer 2-Tages-Wanderung gönnten wir uns nach einer wärmenden Dusche ein feines Nachtessen im "Pöschtli" in Vella: Oberländer-Cordonbleu mit Pommes Frites.















Den Rest der Woche verbrachten wir im und ums Ferienhaus herum, da wirklich kein Wanderwetter mehr herrschte. Wir lasen viel und schlossen das Projekt Pétanque-Bahn erfolgreich ab. Zudem machten wir einen Abstecher zum Badesee auf einen Kaffee und genossen an unserem letzten Abend feine, selbstgemachte Pizza's.